Es gab 2 Runden, was erstmal überschaubar klingt. Die erste war ein gängiges Kennenlerngespräch mit HR, das 2. ein ganztägiges Bootcamp im Headquarter in Walldorf. Während des Bootcamps wurde man in Gruppen eingeteilt, in denen man den Tag über Aufgaben löste. Den ganzen Tag über routierten Mitarbeiter die einen beobachteten und am Ende bewerteten. An dem Tag selbst gab es bereits ein kurzes Feedback. Bis zu dem Bootcamp war der Prozess strukturiert und fair. Da ich leider in einem Team gelandet war, welches den Ansatz verfolgte “wer lauter schreit, gewinnt” - egal, ob inhaltlich wertvoll - war es sehr schwer in der Gruppe zu strukturieren und als Team zu arbeiten, da sich jeder sehr selbst präsentieren wollte. Ich war überzeugt davon, dass SAP an der Stelle Qualität über Quantität schätzt, lag damit allerdings falsch. Am Ende des Bootcamp erhielt ich das durchaus gute Feedback, dass ich wertvollen Input geliefert habe, teilweise besseren als die anderen Kandidaten und besonders gut im socialisen gewesen sein soll, einziger “Kritikpunkt”, ich solle den Mut haben noch mehr davon beizutragen, wo das was ich zu sagen habe doch so gut sei. Wenige Tage später erhielt ich einen Anruf mit der Absage, mit der Begründung ich sei zu still gewesen. Da war ich doch sehr überrascht, wo es sich doch um eine Stelle für ein Bootcamp ging, wo man genau solche Dinge weiter ausbaut. Im Nachgang fand ich heraus -ohne Gewähr- dass es pro Team 2 Positionen zu besetzen gab, ich war in einem Team mit 3 internen SAPlern gelandet und habe das Gefühl, dass bereits vor dem Bootcamp eine Vorentscheidung getroffen wurde. Meines Erachtens nach ist es unverantwortlich 30 Kandidaten aus ganz Deutschland sich einen Tag Urlaub nehmen zu lassen, nach Walldorf zu reisen / zu übernachten, wenn teilweise schon Vorentscheidungen getroffen wurden und bereits fest steht wie viele Positionen es insgesamt gibt. An der Stelle hätte ich erwartet, dass bereits genauere Vorentscheidungen getroffen wurden und eine geringere Anzahl in diese letzte, zeitaufwendige Runde einzuladen. Schade, da ich zuvor einen sehr guten Eindruck von SAP und deren hiring approach gehalten habe.